Absichtslosigkeit - Innere Notwendigkeit

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Der Begriff Ausdrucksmalen bezeichnet das Malen aus Absichtslosigkeit und aus einer inneren Notwenigkeit heraus. Er ist ein mittlerweile lange eingeführter und häufig verwendeter Begriff, ist aber nicht ganz eindeutig und nicht frei von Missverständnissen. Ausdrucksmalen im Sinne der kunsttherapeutischen Schule von Bettina Egger (Institut für Humanistische Kunsttherapie) verwendet diesen Begriff eindeutig im Sinne von maltherapeutischer Arbeit und ist insoferne abzugrenzen von der kreativpädagogischen Auffassung Arno Sterns. Er selbst hat diesen Begriff nie verwendet.
Der Begründer der éducation crèatrice Arno Stern verwendet heute den Begriff Mal-Spiel als Bezeichnung für das Malen ohne Vorgaben im geschlossenen Malort. Arno Stern hat als erster Pädagoge die völlig eigenständige und unabhängige Einrichtung des clos-lieu (frz. wörtlich = geschlossener Ort, Mal-Ort) in den 50-er Jahren in Paris begründet und er hat mitllerweile mehrere Generationen von Schülern und Schülerinnen in vielen Ländern der Welt “ausgebildet”.

Die wesentlichen Kriterien des kreativpädagogischen Konzepts von Arno Stern sind seit ihrer Gründungszeit unverändert geblieben. Das freie und absichtslose Tun in einem geschützen Malraum kann sich nur unter bestimmten Voraussetzungen erfüllen und diese Bedingungen müssen erfüllt sein, um von einem absichtslosen Mal-Spiel sprechen zu können.
Als wichtigste Kriterien eines Malraumes im Sinne der Auffassung Arno Sterns gelten:

* Altersgemischte Gruppen. Jedem sein Bild

* Raumausstattung. Beschränkung auf das Notwendigste

* Die Rolle des/der Betreuers/in. “Ich bin fertig!”

* Prinzip des prozesshaften Malens.
Formulation ist Prozess und nicht Produkt

* Verzicht auf Interpretation und Bewertung. Ohne Worte.
Die Erfindung und Einführung des Wortes Malklause als Bezeichnung des geschlossenen Malraumes im Sinne der Stern-Pädagogik stammt von Johanna Pühringer und ist seit 1989 als Wort-Neuschöpfung urheberrechtlich geschützt!

In einer umfangreichen Recherche über sogenannte frei entstandene Zeichnungen hat die Autorin Johanna Pühringer 2003 eine Publikation zur Thematik der menschlichen Ausdrucksformen vorgelegt. Im Untertitel heißt die Arbeit “Eine Geschichte des Bildes von Cizek bis Stern”.